Weinreben schneiden – Winterschnitt für eine tolle Ernte im Sommer

Weinreben verschönern Hauswände, Balkone, Pergolen und Spaliere. Sogar im Kübel lassen sich schöne Weinpflanzen ziehen. Damit sich deine Weinreben gesund und fruchtreich entwickeln, solltest du ihnen unbedingt einen Winterschnitt verpassen. Hier erfährst du, was du dabei beachten solltest.

Mit dem jährlichen Winterschnitt lichtest du deine Weinrebe aus und förderst den Fruchttrieb. Ganz gleich, ob im Weinbau oder im Hausgarten, an der Pergola oder an der Hauswand – im Winter müssen die Pflanzen kräftig zurückgeschnitten werden.

Gut zu wissen: Beim Rebschnitt kannst du ohne Bedenken etwa 90 % des Holzes jedes Jahr wegschneiden!
Im Gegensatz zu den meisten anderen Beerensträuchern tragen Weinreben ihre Blüten und Früchte ausschließlich an den neuen Trieben. Der Winterschnitt entscheidet also über Konstitution und Wuchsrichtung im Sommer.

Der Zeitpunkt: Nicht zu früh und nicht zu spät
Je nach Region schneidest du am besten zwischen Januar und Anfang März. In dieser Zeit hat die Weinrebe die im Herbst beginnende Nährstoffeinlagerung abgeschlossen. Zu lange warten solltest du aber auch nicht. Ab Frühjahr beginnt nämlich der Pflanzensaft in die Triebe einzuschießen. Kümmerst du dich erst jetzt um den Schnitt, kann es sein, dass die Äste beim Beschneiden „bluten“. Das kann die Pflanze schwächen. Je nach Rebsorte ist es wichtig, dass die Temperaturen nicht weit unter 0 °C liegen.

Tipps für den Winterschnitt

  • In der Regel zeigt deine Weinrebe im Winter viele lange, ineinander verschlungene Vorjahrestriebe. Die meisten dieser Triebe werden komplett weggeschnitten. Generell kannst du dir merken: Vertrocknete Zweige und Seitenzweige, die dünner als 1 cm sind, kannst du problemlos kürzen. Sie sind zu schwach, um Früchte zu tragen. Achte auch darauf, dass du kranke Triebe wegschneidest. Diese erkennst du z. B. an kleinen schwarzen Pünktchen, die auf Pilzkörper hinweisen.
  • Pro Stock oder Leittrieb lässt du etwa zwei bis drei gesunde Triebe mittlerer Stärke (mindestens Bleistiftstärke) stehen. Gesunde Triebe erkennst du daran, dass die Schnittfläche grün ist.
  • Je nach Priorität schneidest du die Triebe auf zwei bis sechs Augen zurück: Je weniger Augen man belässt, desto bessere Fruchtqualität wird erreicht. Ist dir die Fruchtqualität nicht so wichtig, dafür aber z. B. die Begrünung deiner Pergola, lässt du mehr Augen stehen.
  • Denke daran, immer über einem Auge bzw. einer Knospe zu schneide. hinter dem Auge lässt du etwa einen Zentimeter stehen.
  • Achte darauf, dass deine Schere scharf genug ist und du leicht schräg schneidest, damit Wasser und Pflanzensaft gut abfließen kann.

Bei Spalieren hat sich der „Wechselschnitt“ bewährt: Einen Trieb lässt du lang, einen schneidest du kurz. Der Profi unterscheidet hier zwischen Streckern und Zapfen: Fruchtholztriebe, die man lang lässt (als Richtwert gelten hier sieben bis acht Augen), bezeichnet man als „Strecker“. Sie sollen im kommenden Jahr den Ertrag bringen. Die kurzen Triebe nennt man Zapfen, sie bilden das sogenannte „Ersatzholz“. Beim Zapfenschnitt lässt du zwei Augen stehen. Gute Triebe für den Zapfenschnitt sind basisnahe Triebe, also nah am Stock gewachsen. Pro Rebstock solltest du auf der linken und auf der rechten Seite je einen Fruchtholztrieb und einen Zapfen stehen lassen.

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