Was wirklich hilft – Tipps gegen Schneckenfraß

Salat, Rittersporn und Erdbeeren sind gepflanzt. Das Unkraut ist gejätet. Die Pflanzen sprießen – doch dann gibt es leider auch noch andere, die sich über junge Triebe, leckeren Salat und frische Erdbeeren freuen. Schnecken, insbesondere Nacktschnecken, können Hobbygärtner zur Verzweiflung treiben. Wenn sie im Frühjahr aus ihren Winterverstecken kriechen und die Jungen schlüpfen, beginnt es: Radikal wird alles abgefressen, was jung und zart ist und wenige Bitterstoffe hat.

Gute Tipps, wie man die Schneckenplage in den Griff bekommt, gibt es viele.

Manche Gärtner schwören auf Kaffeesatz oder „Schneckenzäune“ aus Eierschalen. Andere stellen Bierfallen auf, merken dann aber schnell, dass das Bier zusätzlich die Schnecken der Nachbarn anzieht. Beliebt und verbreitet ist auch das Streuen von Schneckenkorn. Da der Wirkstoff Metaldehyd allerdings gleichzeitig giftig für Igel und gefährlich für kleine Kinder sowie Haustiere ist, sollte Schneckenkorn nur vorsichtig verwendet werden. Mit kochendem Wasser können abgesammelte Schnecken rabiat bekämpft werden – langfristige Ergebnisse erreichst du aber vor allem mit nachhaltigen Bekämpfungsmethoden.

So gelingt dir die Schneckenbekämpfung besonders nachhaltig:

Damit dein Garten unattraktiv für Schnecken wird, solltest du ihn möglichst naturnah gestalten. So fühlen sich die natürlichen Fressfeinde wohl – und lassen den Schnecken keine Chance.

Tipp 1: Hol dir Nützlinge in deinen Garten!

Auch Nacktschnecken werden geliebt – zum Beispiel von Igeln, Kröten, Blindschleichen und weiteren Fressfeinden. Damit sich diese Nützlinge in deinem Garten wohlfühlen, brauchen sie einen guten Unterschlupf. Blindschleichen überwintern gerne im Komposthaufen, während sich Igel unter Laub verstecken.

Sehr wirksam gegen Nacktschnecken und gleichzeitig 100% bio sind Verwandte der Nacktschnecke: Tigerschnegel (Limax maximus) gehören zwar selbst zu den Schneckenarten, schrecken bei ihrer Nahrungssuche aber nicht vor der eigenen Familie zurück. Du findest sie in der Zoohandlung, im Internet oder bereits bei dir im Garten. Sie sind nachtaktiv und müssen sich tagsüber zurückziehen können. Aus diesem Grund sind sie auch für die meisten Gartenbesitzer unsichtbar. Tigerschnegel lieben schattige, feuchte Stellen unter Gehölzen, aber auch alte Holzbretter bieten ideale Verstecke, wenn sie zusätzlich mit Ästen und verrottendem Laub abgedeckt sind. Wie gut sich Tigerschnegel tatsächlich als Schneckenjäger eignen, ist umstritten. Erwiesen ist aber: Ein naturnaher Garten – der den natürlichen Feinden der Schnecke ein gutes Quartier bietet – zahlt sich im Kampf gegen Schnecken aus.

Schneckenplage bekämpfen
Verwandte der Nacktschnecke: Tigerschnegel (Limax maximus)

Tipp 2: Hol dir die richtigen Pflanzen in deinen Garten!

Zum Glück sind Nacktschnecken wählerisch und finden längst nicht alles zum Anbeißen.

  • Raublättrige und silberblättrige Blumen sowie viele Kräuter können Schnecken nicht leiden.
  • Auch Bitterstoffe – enthalten zum Beispiel in Endiviensalaten – schrecken Schnecken eher ab.
  • Zinnien, Schmuckkörbchen, Cosmea, Fleißiges Lieschen und Eisbegonien sind nur einige der schneckenfesten Sommerblumen.
  • Als schneckenresistent erwiesen haben sich die Stauden Akelei, Pfingstrose, Phlox, Christrose und Frauenmantel.
  • Im Gemüsebeet solltest du es mal mit Endiviensalat, Fenchel und Mangold versuchen. Auch die bei Hobbygärtnern beliebten Tomaten und Zwiebeln sind für Schnecken eher uninteressant. Was nicht bedeutet, dass eine Tomate noch nie von einer Schnecke angeknabbert wurde – in schlechten Zeiten weichen auch Schnecken von ihren Vorlieben ab.
  • Aufgepasst: Beliebte Sommerblumen wie Rittersporn, Sommerastern, Tagetes und Dahlien werden leider selten von den Nacktschnecken verschont.

Tipp 3: Installier Barrieren!

Auch mit Barrieren wehrst du Schnecken effektiv ab! Schneckenzäune aus Plastik, Draht oder Metall sind die sicherste Möglichkeit, dein Beet vor Schneckenbefall zu schützen. Zäune kannst du entweder selbst bauen – im Internet gibt es zahlreiche DIY-Videos dazu – oder bereits fertig im Baumarkt kaufen.

Wenn es schnell und simpel gehen soll, kannst du zum Beispiel einen alten Plastik-Blumentopf zu einem „Schneckenring“ umfunktionieren. Entferne hierzu den Boden und stülpe den Topfring mit dem überhängenden Rand nach oben über die Pflanze. Wichtig bei solchen Schneckenzäunen oder -barrieren ist es, eine Kante zu schaffen, über die die Schnecken nicht kriechen können. Schnecken mögen es nämlich gar nicht, dass ihr Kopf nach unten hängt.

Eine weitere „Barriere“ kannst du aus Lavendelextrakt mixen: Dazu 10 g Lavendelöl mit einem Viertelliter Obstessig und 10 Litern Wasser mischen und den Mix abends auf die Pflanzen sprühen. Der Lavendelduft irritiert die Nacktschnecken. Um effektiv zu sein, solltest du die Mischung mehrmals während der Vegetationszeit aufbringen.

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