Walnussbäume richtig schneiden

Walnussbäume sind dank ihrer schönen Form, der silbrigen Rinde und ihrer Krone ein echter Blickfang für jeden Garten. Bis dein Walnussbaum viele Früchte trägt, kann es aber bis zu 30 Jahre dauern. Damit er dieses hohe Alter ohne Probleme erreicht und bis dahin immer wunderbar aussieht, solltest du dich um die richtige und regelmäßige Pflege kümmern. Wir verraten dir, wie dir der perfekte Schnitt gelingt – und wann du idealerweise zur Schere greifen solltest.

Der richtige Zeitpunkt für den Schnitt

Da Walnussbäume zum starken Ausbluten neigen – dabei tritt an den Schnittstellen Pflanzensaft aus – schneiden die meisten Gärtner erst nach dem Blattaustrieb.

Die frostempfindlichen Walnussbäume zeigen häufig erst im Mai ihre ersten Blätter. Sobald sie draußen sind, hört das starke Bluten auf und du kannst loslegen. Am besten wählst du einen warmen, bedeckten Tag ohne Regen. Planst du größere Rückschnitte, bietet sich der Juni an – so schonst du gleichzeitig die Reservestoffeinlagerung deines Baumes für den Winter.

Manche Gärtner haben auch mit den späteren Sommermonaten gute Erfahrungen gemacht: Zwischen Juli und September treibt der Baum zwar nicht mehr aus, wirft aber auch noch kein Laub ab.

Gut zu wissen – Warum blutet mein Baum?

Grund für das Ausbluten sind die kräftigen Wurzeln im Erdreich, die großen Druck nach außen erzeugen. Doch auch wenn es dramatisch aussieht, brauchst du dir keine Sorgen zu machen: Es handelt sich um eine sehr gesunde Reaktion! Das Ausbluten ist eine natürliche Abwehrreaktion, um Schnittstellen sauber zu halten. Dein Walnussbaum schwemmt mögliche Schädlinge aus der „Wunde“ und verhindert so ihre Ausbreitung.

Erziehungs- und Pflanzschnitt – So geht’s

Der Pflanzschnitt – mit 6 Tipps zur schönen Form

Walnussbäume wachsen in den ersten zwei Jahren auf der sogenannten „Hauptrute“ und beginnen erst ab dem dritten Standjahr mit dem Austrieb der Seitentriebe. Sobald sie da sind, solltest du zur Schere greifen

  • Leg zu Beginn vier Gerüsttriebe fest, bestehend aus einem senkrechten Mitteltrieb und drei Seitentrieben. Ideal ist es, wenn die Seitentriebe in einem Winkel von 45 bis 60 Grad zum Hauptstamm stehen.
  • Jetzt entfernst du alle anderen Triebe, damit sich dein Walnussbaum beim Wachstum auf die gewollten Gerüsttriebe konzentriert. Schneide sie dazu direkt am Mitteltrieb ab.
  • Im nächsten Schritt kürzt du die drei Seitentriebe etwa um ein Drittel. Bei dünneren Trieben kannst du sogar um die Hälfte kürzen. Stell dabei sicher, dass alle Triebe ungefähr die gleiche Höhe aufweisen.
  • Achte darauf, dass die obere Knospe vom Stamm weg zeigt – sonst wachsen die Triebe ungewollt ins Innere der Krone.
  • Kürze den Mitteltrieb so weit, dass zu den Spitzen der Seitengerüsttriebe ein Winkel von 90 bis 120 Grad entsteht. So förderst du die gleichmäßige Entwicklung aller Triebe.
  • Beachte: Bei großen Walnussbäumen solltest du möglichst wenig im Bauminneren schneiden!

Der Erziehungsschnitt – für die perfekte Baumkrone

Die gute Nachricht: Anders als die meisten Obstbäume benötigt dein Walnussbaum keinen regelmäßigen „Erziehungsschnitt“. Nur, wenn du feststellst, dass die Krone deines Baumes nicht gleichmäßig austreibt, solltest du aktiv werden.

  • Entferne nach dem Blattaustrieb alle steil wachsenden Triebe und besonders bei jungen Pflanzen auch die Konkurrenztriebe – das sind jene Triebe, die in Konkurrenz zum Mitteltrieb stehen.
  • Gerüsttriebe solltest du dann zurückschneiden, wenn sie unterschiedliche Längen haben.
  • Manchmal treiben einzelne Äste direkt aus dem Stamm Diese solltest du ebenfalls entfernen – am besten sofort nach ihrem Austrieb.

Dein Thema ist nicht dabei?

Frag unseren Experten

Unser Gartenprofi John beantwortet deine Fragen und berät dich gerne zu allen Gartenthemen. Außerdem freut er sich immer über neue Themenvorschläge für den Honda Park.