So wird dein Garten bienenfreundlich

Obwohl Bienen für den Menschen von großer Bedeutung sind, sind mehr als die Hälfte aller Wildbienenarten vom Aussterben bedroht. Unser Gartenexperte John präsentiert dir sieben einfache Tipps, mit denen auch du aus deinem Garten ein bienenfreundliches Zuhause machst.

1. Bienenfreundliche Stauden und Pflanzen
Du möchtest dass sich Bienen in deinem Garten so richtig wohlfühlen? Dann solltest du blütenreiche Stauden und Blumen anpflanzen! Wie wäre es zum Beispiel mit Borretsch? Diese bienenfreundliche Pflanze trägt, je nach Aussat, von Juni bis zum Frost viele hektarreiche Blüten. Die Phazelie ist nicht umsonst auch als „Bienenfreund“ bekannt und lockt Wildbienen mit ihren blauvioletten Blüten an. Auch die Kapuzinerkresse stellt dank ihrer gelben, orangenen und roten Blüten eine hervorragende Wahl für alle Bienen dar. Ab Juli sind außerdem die Stauden Fetthenne, Sonnenblume und Blutweiderich ideale Bienenweiden.

2. Bienen lieben Küchenkräuter
Lavendel, Rosmarin, Thymian und Salbei blühen zu unterschiedlichen Zeiten und sind ein wahrer Magnet für Bienen! Auch die rosa-weißen Blüten des Oregano sowie die Korianderpflanze locken Wildbienen und andere Insekten an. Doch nicht nur die Bienen profitieren: Gleichzeitig sind die frischen Küchenkräuter ein willkommener Nebeneffekt für die eigene Küche!

3. Bienenfreundliche Wiesen
Auch eine Blumenwiese bietet Insekten reichlich Nahrung – und sieht zudem auch schön aus! Fang am besten mit einem kleinen Fleck im Garten an. Besonders gut eignet sich für eine bienenfreundliche Wiese zum Beispiel ein Mix aus Kornblumen und Klatschmohn. Die ideale Samenmischung sollte aus möglichst vielen einheimischen Pflanzen bestehen und bestenfalls nicht gleichzeitig verblühen.

4. Bienen mit Nisthilfen unterstützen
Einige Wildbienen freuen sich über Nisthilfen. Doch Vorsicht: Nisthilfen mit Plexiglasröhrchen zur Beobachtung sind eher ungeeignet, da an ihnen Pilze entstehen können. Besonders empfehlenswert sind Nisthölzer mit Bohrgängen, bei denen sich allein lebende Wildbienenarten in die Hohlräume einnisten können. Der Bau einer solchen Nisthilfe verläuft einfach – am besten verwendest du dafür entrindetes Holz.

5. „Hybridpflanzen“ meiden
Die gefüllten Blüten von hochgezüchteten Pflanzen täuschen Bienen ihre Nahrung tatsächlich nur vor! Da ihre Organe zu Blütenblättern umgewandelt wurden, produzieren Hybridpflanzen nämlich weder Pollen noch Nektar. Das macht sie nutzlos für Wildbienen. Also Augen auf beim Kauf: Samen von Hybridpflanzen erkennt man an dem Aufdruck „F1“ oder „Hybride“.

6. Bienenfreundliche Sträucher
Forsythien blühen zwar wunderschön, verfügen aber weder über Staubgefäße noch über Duftsignale. Auch hier gibt es für Bienen keine Pollen und keinen Nektar zu holen. Die Pflanze ist unfruchtbar und bildet somit auch keine Früchte. Als wertvollere Alternative kannst du zu heimischen Sträuchern wie der Kornelkirsche greifen – davon haben Bienen wesentlich mehr!

7. In Gärtnereien kaufen
Blumen, Stauden und Sträucher kaufst du am besten in Gärtnereien, die Schädlinge auf natürliche Weise bekämpfen. Zierpflanzen aus Gartencentern oder Bau- und Supermärkten sind in Europa häufig stark mit bienengefährdenden Pestiziden belastet.

Wildbienen sterben
Wildbienen sind überlebenswichtig für uns Menschen, doch zahlreiche Arten sind bedroht.

Ursachen für das Bienensterben

Besonders bedroht sind unsere Wildbienenarten. Allein in Deutschland gibt es mehr als 500 Arten, von denen die Hälfte auf der Roten Liste steht. Die Faktoren, die das Bienensterben auslösen, hängen alle mit unserer Lebensweise zusammen.

  • Durch die dichte Bebauung in den Städten finden Wildbiene und Honigbiene immer weniger (blütenreiche) Nahrungsquellen.
  • Durch Monokulturen in der Landwirtschaft fehlt der Biene die Varianz, die sie dringend für ihr eigenes Immunsystem benötigt. Vor allem im Herbst bleibt die Pollenvielfalt für den Wintervorrat aus. Die Folge: Die körpereigene Abwehrkraft der Bienen nimmt stark ab.
  • Ohne ein starkes Immunsystem fehlen der Biene so die Kräfte, um sich gegen Bienenschädlinge zu wehren.
  • Auch der Einsatz von Pestiziden sowie gentechnisch manipulierte Lebensmittel gelten als verantwortlich für das Bienensterben.

Warum wir nicht auf Bienen verzichten können

Die Rolle der Biene als Honiglieferantin ist bekannt. Außerdem spielt die Biene aber auch eine entscheidende und lebenswichtige Rolle als Bestäuberin von Obst- und Gemüsepflanzen. Fällt die Biene aus, wie bereits in manchen Teilen Chinas, müssen beispielsweise Obstbäume umständlich per Hand bestäubt werden. Bienen retten und Bienen schützen heißt, Bienen Nahrung anzubieten. Das schaffst du leicht, indem du einen bienenfreundlichen Garten gestaltest.

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