Pflanzen, wässern, schneiden – so wird’s was mit deinen Hortensien

Hortensien bringen Urlaubsstimmung in deinen Garten! Sie blühen von Juli bis in den Herbst, sind leicht zu überwintern, lassen sich durch Stecklinge vermehren und überraschen mit vielen Sorten. In unseren Gärten sieht man verschiedene Hortensien-Arten: Rispenhortensien, Kletterhortensien, Ballhortensien – sie alle sind traumhaft dekorativ und dabei schön pflegeleicht. Mit diesen 5 Tipps hast du lange Freude an den Blühwundern. Extra: Züchtungen, die die Blütezeit der Hortensien verlängern!

Sonne oder Schatten? Der perfekte Standort für Gartenhortensien

Ein halbschattiger, geschützter Standort ist für diese Blühpflanzen am geeignetsten.

Die meisten Hortensien sind zwar keine Sonnenanbeter, allerdings vertragen fast alle Arten einige Stunden Morgen- oder Nachmittagssonne. Perfekt für Hobbygärtner, die eher schattige Plätze wie Innenhöfe oder Nordseiten bepflanzen möchten, dabei aber nicht auf farbenfrohe Blüten verzichten wollen: Bauernhortensien blühen auch – nur nicht ganz so voluminös – wenn sie im lichten Schatten gepflanzt werden!

Zu den Arten, die auch sonnige Plätze tolerieren, zählen z. B. Rispenhortensien und Schneeballhortensien. Gut zu wissen: Bei länger andauernden Hitzeperioden kannst du die zarten Blüten der Hortensien mit einem Sonnenschirm oder einem Sonnendach vor Verbrennungen schützen. Pralle Mittagssonne solltest du generell vermeiden.

Flachwurzler Hortensie – pflanzen in die Erde oder im Kübel

Sobald die frostfreie Zeit beginnt, bieten gut sortierte Gärtnereien Gartenhortensien zum Auspflanzen an. Hortensien sind sogenannte Flachwurzler – brauchen also ein ausreichend großes Pflanzloch.

Wurzeln, die beim Austopfen spiralig an der Topfwand entlang liegen, solltest du entfernen, sie können das Anwachsen der Hortensie beinträchtigen. Achte beim Pflanzen darauf, dass sich der obere Teil des Wurzelballens auf Bodenniveau befindet. Nachdem du das Pflanzloch mit Erde aufgefüllt und das Substrat rund um die Pflanze gut festgetreten hast, brauchst du deine neue Hortensie eigentlich nur noch zu wässern.

Natürlich kannst du auch bereits blühende Hortensien in deinen Garten setzen. Damit solltest du allerdings bis zum späten Frühling oder Sommer warten. Blühende Hortensien, die du bereits im März zu kaufen bekommst, sind selten robust genug, um sie nach draußen zu setzen.

Hortensien eignen sich perfekt als Kübelpflanze: Ganz egal, ob du sie im Garten in die Erde setzt oder in einen Kübel pflanzt, Hortensien mögen leicht sauren, lockeren, humosen Boden. Gut zu wissen: Ein sehr saurer (der pH-Wert muss deutlich unter 6 liegen), aluminiumhaltiger Boden lässt die Blüten blau werden. Um einen sauren Boden zu generieren, pflanzt du deine Hortensie in spezielle Hortensien- oder Rhododendronerde und gibst regelmäßig Aluminiumsulfat oder Hortensien- bzw. Rhododendrondünger zum Gießwasser.

Im Frühjahr frisch gepflanzte Hortensien solltest du übrigens in der ersten Saison besser gar nicht düngen: Hortensien wurzeln, wie viele Gehölze, besser ein, wenn sie im Boden aktiv auf Nährstoffsuche gehen müssen und nicht von Anfang an zu sehr mit Dünger „verwöhnt“ werden.

Die Erde rund um die Pflanze gut andrücken.

 

Hortensien wässern – durstige Pflanzen

Durst! Alle Hortensien brauchen viel Wasser und am allerliebsten weiches Regenwasser. Der botanische Name der Hortensie „Hydrangea“ bedeutet so viel wie „Wasserschlürfer“. Kein Wunder also, dass Hortensien in der regenreichen Bretagne sogar an Landstraßen gedeihen. Ideal ist es, wenn du eine Regentonne in deinem Garten hast und deine Hortensien daraus mit Wasser versorgst.

Hortensien mögen kein kalkhaltiges Wasser, da Kalk den pH-Wert des Bodens erhöht. Blaue Hortensien zum Beispiel verlieren dann ihre schöne Färbung. Wässere deshalb mit weichem Regenwasser oder filtere das Leitungswasser. Mit „Hortensienblau“ kannst du übrigens rosa blühende Hortensien in blau- oder lilafarbene umfärben. Ball- und Rispenhortensien lassen sich damit nicht umfärben.

Gut zu wissen: Während eines heißen Sommertags lassen viele Hortensien Blätter und Blüten hängen. In der Regel helfen zwei Kannen Wasser, damit sich Blüten und Blätter wieder erholen.

Hortensien schneiden – viel einfacher als du denkst

Um Hortensien richtig zu schneiden, solltest du wissen, welche Art du vor dir hast. Bauern-, Samt- und Teller-Hortensien legen ihre Knospen schon im Vorjahr an, sie blühen also am „alten“ Holz. Damit sie auch im Folgejahr blühen, solltest du sie erst  Ende Februar auslichten und erfrorene, trockene Zweige sowie alte Blütenstände dicht über den ersten grünen Knospen abschneiden.

Rispen- und auch Ballhortensien vertragen einen kräftigeren Schnitt: Am besten, du stutzt die Blütentriebe auf ein bis zwei Knospenpaare. Da Ball- und Rispen-Hortensien am neuen Holz blühen, kannst du sie schon im Spätherbst oder Winter zurückschneiden.

Für mehr Blüten: Düngen

Hortensien sind sogenannte Starkzehrer, d.h. sie brauchen ausreichend Nährstoffe. Im Handel gibt es speziellen Hortensien- oder Rhododendrondünger. Praktisch sind Langzeitdünger, die – am besten im Frühjahr – in den Boden eingearbeitet werden. Blaukorn eignet sich übrigens nicht als Dünger für Hortensien! Da Blaukorn die Aufnahme von Aluminiumsalzen hemmt, wird zum Beispiel die Blaufärbung der Blüten verhindert.

Wenn du natürlichen Dünger verwenden möchtest, kannst du bei Hortensien zu Rinderdung-Pellets greifen. Auch die Pellets werden am besten ringförmig in die obere Bodenschicht eingearbeitet und dienen als biologischer Langzeitdünger.

Hortensien am besten nur bis Ende Juli düngen. So können die Triebe der Pflanze im Spätsommer und Herbst in Ruhe ausreifen und gleichzeitig eine gute Frosthärte entwickeln. Bei höheren Stickstoffgaben verholzen die Triebe nicht mehr ausreichend – was die Winterhärte der Sträucher verringert. 

Extra: So verlängerst du die Blühzeit!

Die Blühzeit verlängern? Das geht mit neuen Züchtungen. Hortensien aus der Züchtung „Endless Summer“ punkten, wie der Name schon ahnen lässt, mit einer verlängerten Blütezeit, denn sie blühen am alten und am neuen Holz. Bei dieser Art darfst du also – im Gegensatz zu den klassischen Bauernhortensien – die vertrockneten Blütenstände direkt nach der Blüte abknipsen. Während Bauernhortensien darauf mit einem Jahr Blühpause reagieren, blühen die „Endless Summer“-Sorten auf diese Weise sogar ein zweites Mal im gleichen Sommer.

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