Saison für Kaltkeimer! Klirrende Kälte für Pfingstrose, Bärlauch & Co.

Eigentlich benötigen Pflanzen für Ihre Entwicklung Wärme. Pfingstrosen, Edeldisteln, Mannstreu und das Wildgemüse Bärlauch hingegen brauchen für die Aussaat kalte Temperaturen. Viele dieser sogenannten „Kaltkeimer“ kommen ursprünglich aus Gebirgsregionen mit kalten Wintern und heißen Sommern. Den Kältereiz brauchen die Pflanzen damit ihre Samen aufgehen. Stauden, deren Samen du grundsätzlich im Herbst oder Winter aussäen solltest, nutzen einen biochemischen Vorgang um sich zu vermehren. Welche Pflanzen zu den Kaltkeimern gehören oder was du beim Säen in der kalten Jahreszeit beachten solltest, erfährst du hier.

Frostpower! Warum manche Samen einen Kälteschock brauchen!

Im Prinzip ist der für die Keimung notwendige Kälteimpuls nichts anderes als ein von der Natur eingebauter Schutzmechanismus für die Pflanze. Dazu muss man wissen, dass Samen von Kaltkeimern austriebshemmende und austriebsfördernde Pflanzenhormone enthalten. Die austriebshemmenden Hormone sind dafür da, die Keimung zu unterdrücken bzw. hinauszuzögern. Sie sorgen dafür, dass nach der Quellung der Samenschale keine sofortige Keimung stattfindet. Für die Pflanze ist das lebenswichtig! Denn, wenn der Keim beispielsweise schon im Herbst die Samenschale verlassen würde, kann es gut sein, dass die junge (noch relativ schwache Pflanze) den einsetzenden Winter nicht packt und erfriert. Die austriebsfördernden Hormone werden also praktischerweise erst dann aktiv, wenn es schon eine Zeitlang kalt ist. Ein Zeitraum von vier bis acht Wochen Kälte ist nötig, damit sich das Gleichgewicht von austriebsfördenden und –hemmenden Hormonen so verschiebt, dass die – übrigens dickwandigen und robusten Samen ihre Keimhemmung verlieren.

Gut zu wissen: Muss es wirklich frieren?

Damit sich Kaltkeimer gut entwickeln, brauchen die meisten von ihnen Temperaturen zwischen null bis fünf Grad Celsius. Es muss also nicht unbedingt frieren. Aus diesem Grund wird übrigens heute auch die Bezeichnung „Frostkeimer“ kaum noch verwendet.

Welche Arten gehören eigentlich zu dem Kaltkeimern?

Typische Kaltkeimer sind zum Beispiel:

  • Alpenveilchen
  • Astern
  • Eisenhut
  • Frauenmantel
  • Kuhschelle
  • Mannstreu
  • Mohn
  • Pfingstrosen
  • Schlüsselblumen
  • Schneeball
  • Silberkerzen

Kaltkeimer aussäen: Mit diesen 5 Tipps machst du alles richtig!

  • Der beste Auf den Samentütchen für Kaltkeimer kannst du nachlesen, ob die Aussaat im Herbst oder im Winter empfohlen wird. Die meisten Samen kannst du im Spätherbst aussäen.
  • Säen. Die Samen säst du in ein Gefäß, dass du etwa zu zwei Dritteln mit Erde befüllst. Nachdem du die Samen in der Erde verteilt und mit einer dünnen Schicht Erde bestreut hast, solltest du sie festdrücken und regelmäßig – am besten mit einer Wassersprüher – befeuchten.
  • Schützen. Eine Abdeckung aus Maschendraht schützt deine Kaltkeimer sobald sie nach draußen kommen. später vor hungrigen Vögeln.
  • Im Frühjahr kannst du die Sämlinge ins Beet setzen.

PRAKTISCHES FÜR KALTKEIMER – Helfer für die Herbst-Aussaat

1. Flache Aussaatschale mit Wasserabzugslöchern – mit und ohne transparente Abdeckung – gibt es im Gartenfachhandel.

2. Aussaaterde ist nährstoffarm und locker genug für zarte Wurzeln. Außerdem schimmelt sie in der Regel nicht so schnell wie normale Gartenerde.

3. Ein feinmaschiges Sieb um später Erde über die frisch gesäten Samen rieseln zu lassen, macht Sinn bei größeren Flächen.

4. Ein spezieller Erdstempel – ein Holzbrettchen mit Handgriff – hilft dir frisch gesiebte Erde leicht anzudrücken. So bekommen die Samen eine gute Bodenhaftung.

5. Mit einem Wassersprüher befeuchtest du die Erde, ohne die Samen wegzuspülen.

6. Maschendraht hilft als Schutz gegen Vögel & Co.

Kaltkeimer säen- nichts für ungeduldige Gärtner!

Es dauert tatsächlich lange bis das erste Grün sprießt. In dieser Zeit muss man außerdem die Temperatur im Blick haben, auf Schwankungen reagieren und die Keimlinge regemäßig wässern. Wenn sich dann endlich die ersten Blättchen zeigen, müssen die Sämlinge auch noch umgesetzt werden. Die Mühe lohnt sich aber für Gärtner, die ihre Pflanzen gerne von Anfang an beobachten möchten, die Nachkommen von Stauden ziehen möchten, die es nicht so einfach zu kaufen gibt und für alle, die Geld sparen möchten.

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