Mit Totholz zum insektenfreundlichen Garten

Einen insektenfreundlichen Garten schaffen und gleichzeitig Gartenabfälle sinnvoll nutzen. Das geht ganz einfach: mit Totholzecken oder -haufen! Wir verraten dir, wie du mit Totholz einen Unterschlupf für Insekten, Kröten und Igel baust, Vögel auf der Jagd nach Futter unterstützt und gleichzeitig Humus für deine Beete produzierst.

Das kennst du bestimmt: Wenn es Zeit ist, Sträucher auszulichten oder Obstbäume und Staudenbeete für die nächste Saison vorzubereiten, sammelt sich einiges an Schnittgut und Totholz in deinem Garten an. Aststücke, dickere Stämme oder lange Ruten, die man nicht in der Biotonne entsorgen möchte, lassen sich perfekt für wichtige Lebensräume zahlreicher Tierarten nutzen.

Auf einen Blick: Was kann Totholz?

  • Totholzhaufen oder Totholzecken bieten Unterschlupf und Versteckmöglichkeiten für Vögel, Amphibien, Reptilien, Igel, Haselmäuse, Insekten, Spinnen und weitere Tiere. Auch Fledermäuse können vom Totholz profitieren.
  • Im Winter bietet Totholz für viele Tiere eine wertvolle Futterquelle.
  • Insektenschutz: Früh fliegende Insekten nutzen Totholz als Baumaterial.

Mit Mut zur „Unordnung“ zum insektenfreundlichen Garten
Aufgeräumte Gärten, unkrautfreie Beete, Steine statt Stauden und insektenunfreundliche Pflanzen wie Kirschlorbeerhecken und Forsythien führen dazu, dass immer weniger natürlicher Lebensraum für Insekten, Kröten oder Igel existiert.

Naturschützer raten Hobbygärtnern schon lange dazu „einfach mal nicht aufzuräumen“ und „Winterverstecke“ für diverse Insekten einfach stehen zu lassen. Das gilt besonders für Staudenbeete, die ungeschnitten über den Winter tatsächlich Lebensraum und Schutz bieten können. Die alten Stängel kannst du auch im Frühjahr entfernen. Vielen Stauden tut es in der Regel sogar gut, wenn sie den Winter „ungeschoren“ und somit geschützter erleben. Spätestens im Frühjahr kommt dann einiges an Astschnitt und anderem Schnittgut zusammen. Und das alles landet am besten auf einem Totholzhaufen. So einfach entsteht ein insektenfreundlicher Garten!

So geht’s: Totholzhaufen schichten

  • Äste aller Längen und Stärken, Zweige und andere Garten-„Abfälle“ schichtest du einfach locker auf einen Haufen, der je nach Gartengröße und Gehölzen schnell mannshoch werden kann.
  • Starke Äste und größere Baumstammstücke geben deinem Haufen Struktur. Blätter können dranbleiben.
  • Mit den Jahren wird der Haufen schrumpfen.
  • Bei der Frage nach dem besten Standort gehen die Meinungen und Erfahrungen auseinander. Manche Gärtner raten eher zu schattigen Plätzen, andere bevorzugen sonnige Stellen, damit der Gehölzschnitt schneller durchtrocknet und gleichzeitig einen warmen Unterschlupf z. B. für Eidechsen bieten kann.

Tipp: Je dicker das Totholz, umso besser eignet es sich als Lebensraum und umso mehr Nahrung können Tiere dort finden. Je lockerer der Haufen geschichtet ist, desto eher finden dort Igel und Vögel einen Lebens- und Nahrungsraum.

Was passiert unter dem Totholzhaufen mit meinem Rasen?
Es stimmt: Ein Totholzhaufen zieht den darunter liegenden Rasen erst mal in Mitleidenschaft. Aber: Gärtner, die sich um ihren Rasen sorgen, können, nachdem das Totholz verrottet ist, die Stelle entweder neu einsäen, einen neuen Haufen an gleicher Stelle schichten oder die kahle Stelle als neues Gemüsebeet einplanen. Eine Schicht Humus wurde ja bereits schon vom Totholz gebildet.

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