Lehm, Sand oder Ton: Welcher Gartenboden ist optimal?

Hast du dich auch schon mal gefragt, warum bestimmte Pflanzen in deinem Garten nicht so wachsen, wie sie sollen? Das könnte an der Bodenbeschaffenheit liegen. Die richtige Konsistenz des Gartenbodens sorgt dafür, dass deine Pflanzen genügend Halt haben sowie Wasser und Nährstoffe speichern können. Wir verraten dir das Wichtigste zu den Bodentypen und erklären, wie du deinen Gartenboden verbesserst.

Leichte Böden
Leichte oder sandige Böden sind sehr fein und leicht zu bearbeiten. Selbst im nassen Zustand bilden sie keine Klumpen und rieseln von selbst durch deine Finger. Sandböden sind zudem nährstoffarm. Ein Sandboden kann Nährstoffe und auch Düngemittel immer nur kurzzeitig binden. Außerdem speichert er kaum oder gar kein Wasser und erwärmt schnell.

Welche Pflanzen mögen leichten Boden? 

Pflanzen, die in Sandböden gut gedeihen, sind z. B. Lavendel oder Thymian. Diese Mittelmeerkräuter sind in der Regel sehr genügsam und nicht auf viele Nährstoffe oder eine gute Wasserspeicherung angewiesen. Auch tiefwurzelnde Pflanzen wie Spargel oder Möhren und Gehölze wie die Felsenbirne oder der Schmetterlingsstrauch kommen gut mit Sandböden klar.

Gut zu wissen: Je länger die Wurzeln der Pflanzen, umso besser kommen sie mit einem sandigen Gartenboden zurecht.

Was tun, wenn dein Boden zu leicht ist?

Durch das regelmäßige Zugeben von Humus bekommen leichte Böden eine festere Struktur und können Wasser und Nährstoffe besser halten. Erreichen kannst du das z. B. durch das Untergraben von Kompost oder Pferdemist – am besten im Frühjahr. So kann dein Boden im Winter ruhen und wird nicht – z. B. durch Frost – zusätzlich aufgelockert.

Schwere Böden
Schwere Böden haben oft einen hohen Ton- oder Lehmanteil. Reine Tonböden sind zwar fruchtbar, doch durch ihre feste und klebrige Konsistenz kaum wasserdurchlässig. Du erkennst ihn daran, dass sich das Wasser oft in kleinen Pfützen auf dem Boden sammelt. Sobald es stark regnet, musst du mit Staunässe rechnen. Im Sommer werden Tonböden extrem hart, im Winter brauchen sie längere Zeit, um sich aufzuwärmen.

Neben Tonböden werden auch lehmhaltige Böden als schwere Böden bezeichnet. Sie enthalten nicht nur Ton, sondern auch Sandpartikel und Humus. Schwere Lehmböden machen es vielen Pflanzen schwer! In vielen Fällen lassen sie nicht genügend Sauerstoff an die Wurzeln und das Gieß- oder Regenwasser dringt nicht tief genug ein. Die Folge: Wurzeln finden keinen Platz, sich auszubreiten, die Pflanze kann sich nicht wie gewünscht entwickeln.

Welche Pflanzen kommen mit schweren Böden klar?

Bäume und Sträucher, die schwere Böden „aushalten“, sind z. B. Kirschlorbeer, Flieder oder Trompetenbäume. Als Stauden eignen sich u. a. Akelei, Astern und Eisenhut.

Wie bekommst du schweren Boden in den Griff?

Zu schwere Böden kannst du mit einer Zugabe von Sand oder Kies auflockern. Auch Lavamulch, ein vulkanisches Naturgestein, sorgt für bessere Durchlüftung und schnelleren Wasserabzug.

Mittelschwere Böden
Mittelschwere Böden, oft auch als Lehm-Sandboden bezeichnet, gelten als idealer Gartenboden. In der Regel handelt es sich bei den Bestandteilen um einen guten Mix aus Sand, Lehm, Ton und Humus. Sie sind relativ locker und reich an Humus und Nährstoffen. Wasser und Nährstoffe können sie gut speichern. Der Boden lässt sich außerdem leicht bearbeiten. Beim Umgraben triffst du oft auf Regenwürmer, die dafür sorgen, dass organische und mineralische Bestandteile gut gemischt sind. Die Luftzirkulation im Boden ist optimal und der Boden erwärmt sich schnell.

Welche Bodenart habe ich in meinem Garten?
Um deinen Boden zu verbessern, ist es also wichtig, den Bodentyp zu kennen.
Natürlich kannst du eine fachmännische Bodenanalyse durchführen lassen. Dabei wird oft auch noch eine Nährstoffanalyse durchgeführt, die dich u. a. über den Gehalt an Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Eisen und anderen Spurenelementen informiert. Dazu musst du an verschiedenen Stellen und aus unterschiedlichen Bodentiefen etwas Erde entnehmen und miteinander vermischen. Deine Bodenproben werden dann z. B. vom Landwirtschaftsamt analysiert. Das Ergebnis kann dir helfen, mit gezielten Maßnahmen deine Erde zu verbessern.

Tipp: Besonders der Winter eignet sich super für eine Bodenprobe. Wenn du die Kosten für eine fachmännische Analyse scheust, kannst du alternativ diesen Bodentest durchführen:

Einfacher Boden-Selbsttest:
Mit einer kleinen Schaufel nimmst du eine Bodenprobe aus deinem Gartenbeet. Nun versuchst du, die entnommene Erde zu einem Klumpen, zu einer Kugel oder zu einer Rolle zu formen.

  • Zerbröselt die Erde dabei, handelt es sich in der Regel um Sandboden.
  • Kannst du die entnommene Erde gut zu einer Rolle formen und danach beliebig biegen, handelt es sich um sehr tonhaltige Erde.
  • Lässt sich deine Probe zwar gut zu einer Rolle formen, zerbricht aber, sobald du sie umbiegen möchtest, handelt es sich um einen lehmhaltigen Boden.

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