Kugel- und Edeldisteln – Welche Art passt in meinen Garten?

Kugel- und Edeldisteln sind robuste Alleskönner – und vielleicht die perfekten Stauden für deinen Garten. Sie vertragen extreme Trockenheit, begeistern mit blauvioletten oder silbrigweißen Blüten und passen trotz ihrer edlen Optik hervorragend in naturnahe Bauerngärten. Außerdem sind sie pflegeleicht, mehrjährig und beliebt bei Insekten. Interesse geweckt? Im Artikel erfährst du, welche Distelart sich für deinen Garten eignet.

Edeldistel oder Unkraut?

Einige Gartenbesitzer sehen in Disteln vor allem ein stacheliges Unkraut, das es zu vermeiden gilt. Was viele nicht wissen: Die Familie der Doldenblütler umfasst mehr als 230 Distelarten! Dazu zählen viele Zierpflanzen, Stauden und auch die Artischocke.

Kugeldisteln (Echinops) und Mannstreu (Eryngium) treiben als Staude jedes Jahr neu aus und sind somit ein langfristiger Blickfang in deinem Garten. Ein weiteres Argument für die Distelarten: Du kannst sie vielseitig kombinieren – etwa mit Sonnenhut, Frauenmantel, Fackellilie oder mit verschiedenen Gräserarten. Außerdem sind sie bei Insekten, Schmetterlingen und vielen Vogelarten als Nahrungsquelle beliebt. Kein Wunder, dass sie 2019 zur „Staude des Jahres“ gewählt worden sind.

Welche Distelart passt in meinen Garten?

Wer eine Distel in den eigenen Garten pflanzen möchte, hat die Qual der Wahl: Sternenförmig, zapfenförmig oder doch lieber in Kugelform? Symmetrisch, krautig, niedrig oder hoch wachsend? Ganz grundsätzlich eignen sich viele Distelarten gut dafür, Struktur in deinen Garten zu bringen. Besonders die hohen Arten von Mannstreu und Kugeldistel wirken ausgesprochen edel.

Zu den bekanntesten Arten der Kugeldistel (Echninops) zählt die hochwachsende Taplow Blue. Die Pflanze wächst aufrecht und wird bis zu 1 ½ Meter groß. Sie bildet zunächst dunkelgrüne, beinahe stachellose Blätter und sticht ab Spätsommer mit blauen, kugeligen Blüten ins Auge. Die Kugeldistel Arctic Glow ist eine großblumige Sorte, die an rötlichen Stängeln weißsilbrig blüht. Sie wird wegen ihrer Symmetrie geschätzt und passt mit einer Größe von bis zu 80 Zentimetern gut in hintere Beetreihen oder in Steppengärten.

Die unterschiedlichen Arten des Mannstreu (Eryngium) besitzen ebenfalls strahlend blaue oder weiße Blütenköpfe, die unter der Blüte oft von einem Blätterkranz umgeben sind. Die Elfenbeindistel (Eryngium giganteum) wird etwa 80 Zentimeter hoch und funkelt mit ihren silbrigweißen Blüten fast schon metallisch. Das Alpenmannstreu (Eryngium alpinum) wird hingegen nur etwa 50 Zentimeter hoch und zählt somit zu den kleineren Edeldisteln. Mit den fedrigen Blättern rund um den zapfenförmigen Blütenkopf erinnert es viele Menschen an Wunderkerzen.

Das Flachblatt-Mannstreu (Eryngium planum) bringt Blütenstände hervor, die deinen Garten um kräftiges Stahlblau bereichern. Die Stranddistel (Eryngium maritimum) wird auch See-Mannstreu genannt und verankert sich mit ihren Pfahlwurzeln bis zu 2 Meter tief im Erdreich. Sie wird etwa 10 bis 40 Zentimeter hoch und eignet sich gut für die Bepflanzung der vorderen Beetreihen. Stranddisteln blühen bis in den Oktober grauweiß – ihre blaugrünen Blätter sind aber schon im Frühsommer ein Hingucker.

Das solltest du bei der Pflanzung und Pflege beachten:

  • Disteln können im Frühjahr und im Sommer gepflanzt werden
  • Bei den meisten Distelarten solltest du einen Abstand von etwa 50 Zentimetern einhalten. Disteln verbreiten sich schnell – genügend Platz im Beet solltest du deshalb von Anfang an einplanen. Rhizomsperren helfen dabei, dass sich deine Pflanzen nicht unkontrolliert ausbreiten.
  • Disteln lieben magere Böden, die über einen guten Wasserabzug verfügen. Staunässe mögen Disteln gar nicht. Stattdessen kommen sie sehr gut mit Trockenheit klar. Eine Lage Kies in der unteren Bodenschicht schützt die Staude vor zu nassen Böden.
  • Gießen musst du nur selten! Lediglich in den ersten Wochen nach der Pflanzung benötigt die Edeldistel regelmäßige Wassergaben.
  • Mindestens 4 Stunden sollte deine Distel pro Tag Sonne abbekommen.
  • Sechs Wochen nach der Pflanzung kannst du deine Disteln mit einem mineralischen oder organischen Staudendünger stärken. Später reicht es, wenn du deine Distel alle zwei bis drei Jahre düngst. Tipp: Wenn deine Distel neben Pflanzen steht, die regelmäßig gedüngt werden, kannst du sie beim Düngen aussparen.
  • Entferne Verblühtes regelmäßig, um weitere Blüten zu fördern.
  • Im Spätherbst oder im Frühling wird die Distel bodennah abgeschnitten. Da die Blätter bei manchen Arten stachlig sind, solltest du dabei Gartenhandschuhe tragen.

 

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