Kalkanstrich: Wirksamer Winterschutz für junge Obstbäume

Im Winter sind Bäume starken Temperaturschwankungen ausgesetzt. Ab Januar kann die Wintersonne sogar bewirken, dass deine Bäume unter Frostrissen leiden. Ein Kalkanstrich schafft Abhilfe: Das „Weißen“ der Stämme schützt deinen Baum auf biologische Weise vor Frost und wehrt sogar Krankheiten und Schädlinge ab. Wir verraten dir, wann und wie du den Schutzanstrich am besten aufbringst.

Kalkanstrich: Der Rundumschutz für deine Bäume

Die Rinde eines Baumes funktioniert wie ein Schutzmantel. Sie verhindert, dass Schädlinge und Krankheiten in das weiche Holz des Stammes eindringen und deinen Baum schwächen. Eine elastische und geschlossene Rinde hält deinen Baum also warm, gesund und widerstandsfähig. Das schützt ihn vor frostigen Temperaturen und sichert bei Obstbäumen die reichhaltige Ernte.

Ein rechtzeitiger Schutzanstrich mit Kalk verhindert, dass die Rinde in kalten Monaten aufreißt. Vor allem, wenn du im Frühjahr senkrechte Risse am Baum erkennst oder deinen Baum spät im Jahr stark beschnitten hast, solltest du zum Pinsel greifen und einen Kalkanstrich vornehmen. Der Gartenfachhandel bietet dafür einsatzbereite Produkte an – am Ende des Artikels findest du aber auch ein einfaches Rezept zum Selbermixen!

So geht’s: Vier Tipps für den perfekten Kalkanstrich

  • 1. Der ideale Zeitpunkt: Der Kalkanstrich ist das ganze Jahr über möglich – die größte Wirkung erreichst du aber im frostfreien Spätherbst zwischen Oktober und November. So schützt du deinen Baum bis zum Frühjahr vor hohen Temperaturschwankungen. Am besten wartest du einen sonnigen Tag ab – so trocknet der Anstrich schnell und wird nicht sofort wieder vom Regen abgewaschen.
  • 2. Vorbereitung: Ältere Bäume befreist du mit einer Drahtbürste vorsichtig von losen Rindenstücken. Jüngere Bäume haben oft glatte Stämme, sodass du die Farbe auf diese auch ohne Vorbehandlung auftragen kannst.
  • 3. Kalkanstrich auftragen: Verwende am besten einen breiten Pinsel, um die Farbe aufzutragen, und arbeite dich ausgehend vom Boden am Stamm hinauf bis zum Ansatz der ersten Äste. Achtung: Trage sicherheitshalber ältere Kleidung und eine Schutzbrille, da Kalk stark spritzt und Haut, Augen sowie Atemwege reizen kann.
  • 4. Mehrmals wiederholen: Eventuell musst du den Anstrich einige Male vornehmen, bis die Rinde gleichmäßig abgedeckt ist. Danach genügt es in der Regel, wenn du den Anstrich im Folgeherbst wiederholst – hast du jedoch den Eindruck, dass die Farbe sehr schnell wieder abgewaschen wurde, kannst du auch schon im Frühjahr erneut zur Farbe greifen. Übrigens: Wird der Anstrich abgespült, landen die wertvollen Bestandteile des Kalkanstrichs im Boden und werden wie Dünger von den Wurzeln aufgenommen. 

Rezept für einen Kalkanstrich

Das brauchst du:

  • 10 l Wasser
  • 1,5 kg Kalk
  • 500 g Tapetenkleister
  • einen großen Eimer

Außerdem solltest du während der Herstellung Handschuhe, eine Schutzbrille und eine Schutzmaske tragen – so bist du vor entstehenden Dämpfen gut geschützt.

So geht’s: Das Kalkpulver vorsichtig in den Eimer füllen. Achtung: Kalk dampft und wirkt ätzend. Das Wasser Liter für Liter zugießen und verrühren. Den Kleister erst kurz vor dem Auftragen hinzufügen. Die Masse solange verrühren, bis eine gleichmäßige Emulsion entsteht. Merke: Die Konsistenz sollte etwas dünner sein als klassische Wandfarbe.

Übrigens: Manche Gärtner fügen dem Gemisch weitere Zusätze hinzu. Schachtelhalm stärkt etwa das Gewebe und Mineralien im Algenkalk ernähren die Rinde. Auch Hornmehl, Kuhmist und Rainfarnbrühe kannst du für den Kalkanstrich verwenden.

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