Himbeeren: Tipps für Schnitt und Anbau

Himbeeren zählen zu den Lieblingsbeeren der Deutschen. Kein Wunder: Sie sind nicht nur gesund, sondern auch total lecker. Du hast noch keine Himbeeren im Garten? Mit unseren Tipps wird das Pflanzen sicher ein Erfolg!

Sommer- und Herbsthimbeere 

Zuallererst solltest du dich entscheiden, welche Sorte du pflanzen möchtest. Man unterscheidet Sommerhimbeeren, als einmaltragend und Herbsthimbeeren, als zwei- oder mehrmalstragende Himbeersorte. Die Sommerhimbeere trägt ihre Früchte an den zweijährigen Ruten. Sie hat einen zweijährigen Entwicklungszyklus und blüht also an den im Vorjahr gebildeten Ruten. Sommertragende Himbeeren erntest du einmal im Jahr – und zwar im Juli. Auch, wenn die Sommerhimbeere öfters unter Madenbefall leidet, ihr hoher Ertrag und auch ihr besonders intensives Aroma sprechen für das Pflanzen der Sommerhimbeere.

Beim Schnitt der Sommerhimbeere solltest du beachten: Alles was getragen hat, wird direkt nach der Ernte zurückgeschnitten. Neue Triebe bleiben stehen. Pro Himbeerstrauch solltest du etwa fünf starke Jungruten stehenlassen und diese bei Bedarf auf 2 m kürzen. Du erkennst die älteren Triebe daran, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch dunkler sind als die saftig grünen Jungtriebe. Die Triebe anschließend wieder ordentlich am Spalier befestigen. Im März schneidest du eventuell noch vorhandene Stummel zurück und entfernst schwache und kranke Jungtriebe. So erhält deine Pflanze mehr Kraft für die Haupttriebe und wächst schneller.

Tipp: Sommerhimbeeren sind Spreizklimmer. Deine Himbeersträucher brauchen also eine Kletterhilfe. Ein einfaches Spalier aus Holzpfählen und drei Spanndrähten reicht völlig aus.

Die Herbsthimbeere trägt nicht nur am einjährigen Holz, sondern auch an den neuen Ruten, also an den Zweigen, die im selben Jahr ausgetrieben sind. Bei einem kompletten Rückschnitt im November kannst du Herbsthimbeeren ab August und oft bis in den November ernten. Diese späte Fruchtreife hat einen großen Vorteil: Herbsthimbeeren sind madenfrei. Das liegt daran, dass der Himbeerkäfer seine Eier nur in die Sommerfrüchte legt. Sie eignen sich daher gut für Balkon, Terrassen und kleine Gärten. Noch ein Vorteil für eher faule Gärtner: Ein Gerüst zum Klettern ist nicht nötig. Auch der Schnitt der Herbsthimbeere ist unkompliziert: Im November schneidest du alle Ruten kurz über dem Boden ab und wartest einfach auf die nächste Saison. Mehr Pflege ist bei dieser Sorte nicht nötig. Gut zu wissen: Auch die Rutenkrankheit, die eher bei alten Ruten auftritt, hat bei der Herbsthimbeere keine Chance!

Es gibt verschiedene Sorten der Herbsthimbeere. Die „Autumn Bliss®“ (oft auch als „Blissy“ angeboten) ist die älteste und auch die gängigste Sorte. Sie ist robust und trägt relativ große Früchte. Allerdings ist diese Sorte anfällig für den Befall von Spinnmilben. Die „Himbo Top®“ bildet größere Früchte als die „Blissy“. Sie reift zwei Wochen später. Die relativ festen, hellroten Früchte schmecken allerdings nicht ganz so intensiv wie die Sommer-Sorte. Eine noch sehr neue Züchtung, die „Aroma Queen“ soll geschmacklich die beste Herbsthimbeere sein, gilt aber als anfällig für Wurzelkrankheiten. Die Sorte „Sugana®“ ist zwar ertragreich, schmeckt aber nicht so aromatisch.

Himbeeren pflanzen und schneiden

Alle Sorten mögen es sonnig und etwas windgeschützt. Sie bevorzugen einen nährstoffreichen, tiefgründig gelockerten Boden, der frei von Verdickungen ist. Der pH-Wert sollte zwischen fünf und sieben liegen. Staunässe vertragen Himbeeren nicht! Die Folge sind Ruten- und Wurzelkrankheiten. Staunässe kannst du übrigens gut vermeiden, wenn du Himbeeren auf einem – etwa 20 cm erhöhten – Hügelbeet pflanzt.

Einige Gärtner raten dazu, Himbeeren am besten im Herbst zu pflanzen, da die Pflanzen bis zum nächsten Frühling gut eingewurzelt sind. Achte aber darauf, einen möglichst trockenen Standort oder ein Hügelbeet zu wählen, damit die Pflanze auch im Winter noch relativ trocken steht. Gute Erfahrungen gibt es mit der Pflanzung im Frühjahr und Sommer. Frühjahrspflanzer sollten darauf achten, dass das Substrat trocken und leicht ist. Bei schweren Böden solltest du lieber auf den Sommer warten. Das überzeugendste Argument für die Frühjahrspflanzung? Eine flotte Ernte! Bei Herbsthimbeeren zum Beispiel kannst du so schon im gleichen Jahr ernten!

Rückschnitt von Jungpflanzen

 

Tipp: Jungpflanzen solltest du auf 10 cm zurückschneiden. So zwingst du die Wurzeln zu noch mehr Wachstum, förderst das Bilden frischer Triebe und somit später eine üppige Ernte.

Fans der Sommerpflanzung schwören auf die Qualität der gerade vermehrten Jungpflanzen! Die noch jungen Wurzeln beginnen in der warmen Sommererde sofort auszuwurzeln und sich auszubreiten. Auf der Suche nach Wasser und Reserven für die kommenden Wintermonate werden die Wurzeln angeregt zu wachsen. Ein weiterer Vorteil für das Pflanzen im Sommer: Die Wurzelfäule, die Phythophtora, kann sich in den trockenen Sommerböden nicht ausbreiten. Egal für welchen Zeitpunkt du dich entscheidest, Himbeersträucher brauchen Abstand. Ideal ist es, wenn du 50 cm Platz zwischen den Himbeersträuchern einhältst. Wenn du deine Himbeersträucher in Reihen pflanzen möchtest, solltest du etwa 1,5 m Platz zwischen den Reihen einplanen, so hast du später einen etwa 50 cm breiten Weg, um deine Himbeeren bequem zu ernten.

Tipp: Achte darauf, dass du deine neuen Sträucher auf Flächen pflanzt, wo vorher keine Himbeeren wuchsen. Man spricht hier von Bodenmüdigkeit, die sich auf die Pflanze auswirken kann.

Versorge deine Himbeersträucher besonders ab März mit ausreichend Kompost. Auch organischer Beerendünger, Hornspäne oder ein chloridfreier, mineralischer Langzeitdünger sorgen für gesunde Pflanzen und eine tolle Ernte.

So gesund sind Himbeeren

Es gibt unzählige Sorten und jede Menge Farbvarianten. Ob gelb, pink, schwarz oder klassisch rot, gesund sind sie alle. Denn Himbeeren haben kaum Kalorien (33 Kalorien pro 100 g), dafür aber jede Menge Vitamine sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Zudem enthalten Himbeeren viel Wasser, was positiv auf die Entschlackung des Körpers wirkt sowie Mineralstoffe, Folsäure und Kalium. Umso besser, dass Himbeeren nach den Erdbeeren zu den Lieblingsbeeren der Deutschen zählen.

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