Clematis – Welchen Schnitt braucht welche Sorte?

Die Clematis verschönert Hauswände und Zäune regelmäßig mit ihren Blüten – aber nur, wenn sie richtig gepflegt wird. Bei einigen Sorten sorgt ein kräftiger Schnitt für eine große Blütenpracht, bei anderen vernichtet er die Blütenknospen für die kommende Saison. Welche Pflege deine Clematis wirklich braucht und welcher Schnitt die richtige Wahl für deine Sorte ist, verrät dir der folgende Artikel.

Frühling oder Herbst? Die Sorte ist entscheidend!
Grundsätzlich gilt: Sommerblühende Waldreben vertragen einen kräftigeren Schnitt als hybride Arten. Wilde Clematis-Arten kommen sogar ohne regelmäßigen Schnitt aus. Je nach Blütezeit und Größe der Blüten unterteilt man die Clematis in drei Schnittgruppen:

1. Nach der Blüte schneiden – die Frühjahrsblüher
Zu dieser Gruppe gehört unter anderem die bekannte Alpen-Waldrebe. Jene Sorten blühen im Frühjahr am alten Holz – das bedeutet, ihre Knospen werden schon im Vorjahr angelegt.

Ein regelmäßiger Schnitt ist bei diesen Sorten nicht nötig. Nur wenn deine Pflanze zu vergreisen oder zu verkahlen droht, wird alle paar Jahre ein Verjüngungsschnitt fällig. Schneide sie hierzu nach der Blüte – also Ende Mai oder Anfang Juni – auf die gewünschte Länge zurück. So lässt du deiner Pflanze noch genügend Zeit, bis sie im Spätsommer Knospen bildet.

2. Im Winter schneiden – die Zweimalblüher
Viele Hybridsorten blühen sowohl an Trieben des Vorjahres als auch ein zweites Mal an neuen Trieben. Diese Clematis-Sorten schneidest du nur leicht – am besten zwischen November und Januar. Das bedeutet, dass du sie etwa um die Hälfte der Vorjahrestriebe kürzt. Indem du alle Fruchtstände nach der ersten Blüte (Mitte Juni) mit dem darunter liegenden Blattpaar abschneidest, regst du eine Zweitblüte deiner Clematis an.

Übrigens: Hybridsorten verkahlen irgendwann im unteren Bereich. Mit einem kräftigen Rückschnitt – etwa alle fünf Jahre – kannst du das verhindern. Dazu lässt du am besten zwischen 20 und 50 Zentimeter von deiner Pflanze stehen.

3. Im Herbst oder zum Winteranfang schneiden – die Sommerblüher
Die reinen Sommerblüher blühen an Trieben desselben Jahres und sollten ebenfalls in der kalten Jahreszeit zurückgeschnitten werden. Am besten eignet sich hierfür die Zeit zwischen November und Dezember.

Die Besonderheit: Sommerblühende Sorten schneidest du wesentlich kräftiger zurück als andere Sorten. Die Haupttriebe solltest du auf etwa 30 bis 40 Zentimeter über dem Boden zurückschneiden. So hat deine Clematis genügend Zeit, neue Triebe für eine große Anzahl an Blüten zu bilden. Sommerblüher sind auf einen regelmäßigen Schnitt angewiesen – ohne Schnitt verkahlen sie von unten und blühen kaum noch. Zu den Sommerblühern zählen zum Beispiel die Gattungen Clematis viticella und Clematis tangutica sowie einzelne, einmalblühende Hybridsorten mit großen Blüten.

Extra-Tipps: Was du bei der Clematis-Pflege außerdem beachten solltest

  • Der richtige Standort: Auch wenn Clematis winterhart sind, freuen sie sich über einen windgeschützten Standort im Halbschatten. Sorge für einen Schattenfuß, indem du den Bodenbereich deiner Clematis mit Mulch abdeckst oder alternativ Bodendecker, Farne oder Funkien dazu pflanzt. So bleibt das Erdreich immer schön feucht, kalt und schattig.
  • Die beste Pflanzzeit: Der perfekte Zeitpunkt liegt zwischen Sommer und Herbst – dann ist die Bodentemperatur ideal. Achte darauf, dass der Boden durchlässig ist, damit deine Clematis ihn tief durchdringen kann. Hierfür eignen sich schwere, lehmhaltige Böden, die mit Zugaben von Kies oder Sand durchlässiger gemacht worden sind. Denk daran: Der Wurzelballen sollte immer eine Handbreit unter der Erde – also etwas tiefer als gewöhnlich – verschwinden.
  • Die ideale Düngung: Im Frühjahr freuen sich Waldreben wie die Clematis über eine Zugabe von Kompost. Falls du dich fragst, warum es deiner Clematis nicht gut geht, kann eine Bodenprobe helfen – möglicherweise ist der Boden nicht kalkhaltig genug und kann eine Extrazugabe Kalk vertragen. Bei blühfaulen Clematis hilft zudem eine Zugabe von Natron ins Gießwasser. Beachte außerdem: Niemals nach September düngen! Bildet die Clematis im Spätsommer zu viele Triebe aus, schwächt sie das über den Winter.
  • Die perfekte Feuchtigkeit: Frisch gepflanzte Clematis solltest du reichlich gießen. Sobald deine Clematis gut verwurzelt ist, reicht es vollkommen, die Erde im Sommer alle paar Tage auf Trockenheit zu prüfen. Staunässe und beregnete Ranken sind schlecht für deine Clematis. Beachte daher immer, dass du direkt auf die Erde gießt und sich keine Pfützen bilden.

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