Sichtschutz: Ligusterhecke! Tipps zum Kaufen, Pflanzen und Schneiden.

Als natürlicher Sichtschutz sind Ligusterhecken nicht nur bei Hobbygärtnern beliebt: Liguster ist zwar nicht immergrün aber wintergrün, er ist preiswert und gut zu schneiden. Außerdem duften Lingusterhecken und sind bei Bienen und Vögeln beliebt. Damit dein Sichtschutz gut anwächst, erklären wir dir step by step, wie du Liguster pflanzt und schneidest. Warum es nichts bringt, wenn du zu viele Pflanzen nebeneinander pflanzt und wie du vor dem Kauf rausfindest, wie viele Pflanzen du brauchst, verraten wir dir auch.


Ligusterhecke: Erst rechnen, dann kaufen

Hier brauchst du einfach einen Richtwert, wie viele Pflanzen pro Meter nötig sind, damit deine Hecke schön dicht wird.
Da der Liguster zu den dicht wachsenden Hecken zählt, solltest du drei Pflanzen pro Meter einplanen. Dieser Richtwert geht übrigens von einer Pflanzenhöhe von etwa 1,20 m aus. Je nach Sorte und Höhe variiert die Menge der Pflanzen. Pflanzt du die Sorte Goldliguster, benötigst du z. B. bei gleicher Pflanzenhöhe nur zwei Pflanzen pro Meter.

Fällt der Abstand der Pflanzen zu gering aus, wird die Hecke zwar schnell dicht, läuft aber auch Gefahr, wegen Lichtmangels zu verkahlen. Also lieber etwas Geduld haben: fast alle Liguster-Arten wachsen schnell.

Liguster-Arten Goldliguster und Co

Die gängigste Ligustersorte ist der Liguster „Atrovirens“. Eine Sorte, die schnell wächst und in kurzer Zeit wegen ihres dichten Laubs einen guten Sichtschutz bietet.

Als schnellwachsend gelten auch die Sorten „Ovalblättriger Liguster“ – mit etwas größeren Blättern als die Sorte Atrovirens – und der Goldliguster, dessen grüne Blätter gelb gerahmt sind.

Gut geeignet für niedrigere Einfassungen ist zum Beispiel die schwach wachsende Sorte „Lodense“.

Sind Ligusterhecken immergrün?

Ligusterhecken werden oft alsimmergrüne Hecken bezeichnet. In strengen Wintern werfen Ligusterhecken allerdings teilweise ihr Laub ab. Der Goldliguster ist besonders kälteresistent. Gärtner bezeichnen den Liguster daher als „halbimmergrüne“ Heckenpflanze. Auch wenn in strengen Wintern das Laub fällt, braucht dich das nicht zu stressen. Im Frühjahr treiben die Blätter des Ligusters wieder aus!

Ligusterhecken pflanzen: Wann und wie

Die beste Jahreszeit zum Pflanzen von Ligusterhecken ist der Herbst.Denn besonders in der ersten Zeit braucht dein Liguster jede Menge Wasser, um richtig anzuwachsen. Die regenreichen Herbstmonate sind dafür ideal, ersetzen aber nicht komplett das Wässern per Gießkanne oder Gartenschlauch.

Tipp: Dein Liguster hat genug Wasser, sobald das Wasser nicht mehr, beziehungsweise nur noch sehr langsam versickert.

  • Das Pflanzloch so ausheben, dass es doppelt so breit und tief wie der Wurzelballen der neuen Pflanze ist. Tipp: Statt einzelne Löcher zu buddeln, kannst du auch einen kompletten Graben für die Ligusterpflanzen ausheben.
  • Bei schweren Böden kannst du Sand oder Lavagranulat beimischen. Die ausgehobene Erde kannst du mit Hornspänen anreichern. Mehr ist nicht nötig, da Liguster recht anspruchslos ist.
  • Jetzt setzt du die einzelnen Pflanzen so tief ein, dass alle Wurzeln im Boden sind.
  • Nun unterfüllst du deine Pflanzen mit der zuvor ausgehobenen und mit Hornspänen vermischten Erde.
  • Durch Antreten kannst du die Erde verdichten und Hohlräume vermeiden.
  • Zum Schluss solltest du den Liguster gut gießen.
  • Eine Abdeckung aus Rindenmulch verhindert das Austrocknen des Bodens.

 

Tipp: Wenn du nach dem Pflanzen einen Gießrand um deinen Liguster formst, verhinderst du, dass das Wasser wegfließt. Der Gießrand kann ruhig einige Wochen bestehen bleiben.

So schneidest du deine Ligusterhecke

Laubgehölze – und dazu zählt deine Ligusterhecke – sollten zweimal jährlich geschnitten werden. Man unterscheidet generell zwischen Rück- und Pflegeschnitt.

Einen Radikalschnitt verträgt sie Ende Februar, dann, wenn die Hecke beginnt auszutreiben. In dieser Phase kannst du die Hecke ruhig bis zu 50 Prozent kürzen.

Hast du vor, deiner Hecke nur einen Pflegeschnitt zu verpassen, sollte der erste Schnitt am besten direkt nach dem 24. Juni erfolgen. Wird die Hecke zu diesem Zeitpunkt geschnitten, wächst sie nicht mehr stark nach und behält die gewünschte Form.

Allerdings solltest du dabei die Brutzeiten der Vögel im Blick haben. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet, in der Zeit von März bis September Hecken radikal zu schneiden. Nur der schonende Pflegeschnitt ist ganzjährig erlaubt.

Der zweite Pflegeschnitt erfolgt im Spätsommer. Jetzt hat dein Liguster noch Zeit junge Triebe zu bilden, die im Winter nicht gefährdet sind, Frostschäden zu bekommen.

Gut zu wissen:

Ein trapezförmiger oder konischer Heckenschnitt (unten ist die Hecke breiter als oben) hat den Vorteil, dass mehr Licht in die Hecke fällt und sie dadurch weniger verkahlt.

Dabei hat sich folgende Regel bewährt: Bei Hecken bis 2 m Höhe solltest du auf jeder Seite um 20 cm von der Senkrechten abweichen, bei Hecken von etwa 1 m Höhe um 10 cm.

Hecken schneiden, heißt Hecken pflegen

Generell sorgt der Schnitt der Heckenpflanzen für ein besseres Wachstum. Damit deine Hecke auch wirklich als natürlicher Sichtschutz funktioniert, solltest du sie vor allem in den ersten Jahren regelmäßig schneiden. Ansonsten kann sie von unten verkahlen.

Verkahlte Hecken kannst du mit einem sogenannten Verjüngungsschnitt (Rückschnitt um 20 bis 50 cm) zu neuem Austrieb anregen.

Besonders bei jungen Ligusterhecken solltest du die Triebe immer wieder zurückzuschneiden und darauf achten, dass der Grundstock der Hecke dichter ist als der obere Teil.

Tipp: Nie an heißen, sonnigen Tagen schneiden!

Wie dicht an die Grenze pflanzen?

Damit es später keinen Krach mit dem Nachbarn gibt, solltest du – bevor du deine Hecke pflanzt – einen Blick ins Nachbarschaftsrecht werfen. Im Nachbarschaftsrecht, das übrigens von Bundesland zu Bundesland stark variieren kann, findest du alle nötigen Infos zu den einzuhaltenden Grenzabständen:

Während z. B. in Mecklenburg-Vorpommern keine gesetzlichen Grundlagen für den Abstand von der Grundstücksgrenze verankert sind, existieren für andere Bundesländer sehr eindeutige Zahlen. Für Sachsen beispielsweise gilt folgende Regelung: Pflanzen über 200 cm müssen mindestens 200 cm Abstand halten. In NRW dagegen braucht deine 2 m hohe Ligusterhecke nur 100 cm Abstand zum Nachbarn.

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