Finde heraus, welche Apfelsorte zu dir passt!

Du willst einen Apfelbaum pflanzen, weißt aber nicht, welche Apfelsorte zu dir passt? Sorten gibt es viele! Von süß bis sauer, alte und neue Sorten, Sommeräpfel, Winteräpfel und die, die besonders Kindern schmecken - entscheidend ist das Zucker-Säure-Verhältnis. Beim Kauf eines Apfelbaums solltest du auf die Größe achten: Erfahre die Unterschiede von Säulenapfel, Halb- und Hochstamm, finde heraus, wann du deinen Baum am besten pflanzt und wie du ihn schneidest.

Welche Apfelsorte passt zu mir?

Ein Gang über den Wochenmarkt – und nicht durch den Supermarkt – macht dir deine Entscheidung einfach. Denn hier werden überwiegend regionale Apfelsorten angeboten. Oft haben die Markthändler auch einen Tipp, welche Apfelsorten in der Region gut wachsen. „Apfelverkostungen“ werden an sogenannten „Apfeltagen“ im Herbst angeboten – auch eine Möglichkeit, die passende Apfelsorte zu finden. Ein Besuch in Nachbars Garten lohnt sich: Was nebenan gut wächst, funktioniert auch im eigenen Garten.

Der Oktober eignet sich ideal dazu, einen Apfelbaum zu pflanzen.

Von süß bis sauer: Apfelsorten für Anfänger

Herb säuerlich: Die Apfelsorte Boskoop
Eigentlich kommt der Boskoop aus den Niederlanden, ist aber schon lange auch bei uns heimisch. Der Boskoop hat viel Säure und ist die ideale Apfelsorte für Pfannkuchen, Bratäpfel, Kuchen und Apfelmus! Er kann bis März gelagert werden und ist relativ robust. Allerdings ist die Blüte spätfrostgefährdet.

Gut zu wissen: Der Boskoop enthält wenig Apfel-Allergene und viel Vitamin C!

Süße Kinderäpfel: Die Apfelsorten Jona Gold und Goldparmäne
Die süßlich schmeckende Sorte Jona Gold kommt ursprünglich aus den USA, heute ist sie die Sorte, die in Mitteleuropa am häufigsten angebaut wird. Doch auch wenn die Sorte, wie übrigens auch die Sorten Elstar und Braeburn, weit verbreitet und oft im Supermarkt zu kaufen ist, eignen sie sich nicht unbedingt für den Privatgarten. Diese Züchtungen sind nämlich für den Erwerbsobstanbau und somit für eine standardisierte Ernte und Lagerung im Kühlhaus optimiert – sie brauchen Pflege, die über das Hobbygärtnern hinaus geht. Eine süße Alternative und bei Kindern wegen ihres Aromas und ihrer „kleinen“ Größe beliebt, ist die Goldparmäne. Für den Handel nicht mehr interessant, weil sie für moderne Kühllager ungeeignet ist, wächst sie aber super im Selbstversorgeranbau.

Widerstandsfähig: Die Apfelsorte Alkmene und alle „Re-Sorten“!
Fans der alten Apfelsorte Cox Orange fahren gut mit der Sorte Alkmene. Sie schmeckt fast genauso hocharomatisch – ist aber weniger anfällig für die Apfelkrankheiten „Echter Mehltau“ und „Schorf“. Die Sorte Alkmene wird zudem nur 150 – 200 cm hoch, ist also ideal für den kleineren Garten! Sogenannte „Re-Sorten“ wie Reglindis oder Rewena sind neuere Züchtungen. Sie besitzen in der Regel eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten.

Sommer- oder Winterapfel?
Sommeräpfel sind oft schon im August reif und schmecken frisch vom Baum am besten. Für die Lagerung sind sie allerdings ungeeignet. Bekanntester Sommerapfel ist der Weiße Klarapfel. Winteräpfel werden im Herbst geerntet und dann gelagert. Frisch vom Baum schmecken sie unreif. Winteräpfel wie z.B. Boskoop oder die neuere Apfelsorte Pilot lassen sich bis zum nächsten Frühjahr lagern. Ab Nikolaus kannst du anfangen, sie mit Genuss zu essen. Bevor du einen Baum kaufst, solltest du dir also darüber klar sein, ob du die Äpfel direkt vom Baum essen möchtest oder ob du auch im Winter noch Äpfel aus eigenem Anbau genießen willst.

Sommeräpfel schmecken frisch vom Baum am besten, dagegen solltest du Winteräpfel nicht direkt vom Baum pflücken und verzehren, da sie noch unreif sind.

Groß oder klein – Säulenapfel oder Hochstamm?
Die Größe eines Apfelbaums ist nicht sortenabhängig. Ein Apfelbaum als Hochstammwird oft 4 bis 5 Meter hoch. Du brauchst eine Leiter, um die Äpfel zu ernten. Große, stark wachsende Apfelbäume haben eine hohe Lebenserwartung und gelten als robust. Besonders ist die gestalterische Wirkung: Ein kräftiger, klassischer Hochstamm mit breiter Krone macht einfach mehr her als ein kleiner Spindelbaum.

Gut zu wissen: Ein Hochstammbaum braucht Geduld. Nicht zu früh ernten, sondern in den ersten Jahren besser darauf achten, das Astgerüst zu stärken.

Niederstämme oder auch Spindelbäumelassen sich leicht beernten. Aus diesem Grund sieht man diese Baumgröße auch auf den großen Apfelplantagen. Noch ein Vorteil: Es dauert nicht lange, bis neu gepflanzte Spindelbäume die ersten Früchte tragen. Allerdings haben Spindelbäume keine hohe Lebenserwartung, nach ca. 20 Jahren wird er ausgetauscht, weil sein Ertrag nachlässt. Eine Zwischenform ist der Halbstamm. Hier verzweigen sich die Hauptäste ungefähr in deiner Brusthöhe. Halbstamm-Apfelbäume sind sehr beliebt in kleineren Gärten. Sie brauchen relativ wenig Platz und lassen sich ebenfalls leicht beernten.

Säulenäpfel: Diese am schwächsten wachsende Apfelbaumgröße eignet sich als Heckenbepflanzung und als sehr kompakt wachsende Sorte auch für deine Terrasse oder deinen Balkon, denn Säulenäpfel kannst du je nach Sorte auch im Topf groß ziehen.

Apfelbaum schneiden und kaufen 

Der Spindelbaum erzeugt natürlich viel weniger Schnittaufwand als stark wachsende Hochstämme. Einen Spindelbaum schneidest du in den ersten Jahren kaum bis gar nicht, um das Wachstum nicht anzuregen. Bei einem Hochstamm sieht es schon anders aus: Einen Apfel-Hochstamm zu schneiden, erfordert besonders in den ersten 5 Jahren viel Geduld und Kenntnis. Erst nach etwa 10 Jahren sind die „Erziehung“ und der „Erziehungsschnitt“ abgeschlossen. Nun musst du nicht mehr jährlich schneiden, sondern in Abständen von 3-5 Jahren.Der Schnitt eines Säulenapfels ist einfach: Alle Seitentriebe, die mehr als 20 cm lang sind, werden im Frühling auf 5-15 cm zurückgeschnitten.

Apfelbaum kaufen – das solltest du auf jeden Fall fragen
Stichwort Befruchter: Apfelbäume sind nicht selbstfruchtbar – sie brauchen eine andere Sorte, die die nötigen Pollen liefert, um die Blüten zu bestäuben. Beim Kauf solltest du dich erkundigen, welche Befruchtersorte dein Baum braucht. Auch hier reicht meist ein Blick in die Nachbargärten, ob du einen zweiten Baum brauchst oder potentielle „Väter“ in der Nähe sind.

Gut zu wissen: Der goldene Oktober gilt als ideale Pflanzzeit für Apfelbäume. Die Temperaturen sinken, es gibt genug Regen und der Laubverlust erlaubt es dem Baum, sich ganz auf das Wurzelwachstum zu konzentrieren.

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